Auf Instagram habe ich euch gefragt, welches Thema euch am brennendsten interessiert. Der deutliche Gewinner war Milo’s Herkunft. Daher gibt es heute die Geschichte wie Milo in unser Leben kam.

Die ersten Überlegungen

Ich bin nicht mit Hunden aufgewachsen, hatte aber schon immer den Wunsch nach einem eigenen Hund. Ende 2017 habe ich meinen alten Job endgültig aufgegeben und mich voll und ganz auf meine Selbständigkeit konzentriert. Ich hatte also keine festen Bürozeiten mehr und konnte mir meine Arbeitszeit frei einteilen. Der Wunsch wurde immer größer. Im Februar 2018 hat Tim ein Bild von einem Chow-Chow entdeckt und gemeint, so einen Hund könne er sich vorstellen. Das war mein Stichwort xD

Wir haben noch am selben Tag stundenlang das Internet durchforstet und uns über verschiedene Rassen informiert. Verliebt haben wir uns letztendlich in den Eurasier.

Die „Züchterin“

Auf ebay Kleinanzeigen sind wir auf eine Eurasier-Züchterin am Bodensee gestoßen. Die Züchterin warb mit über 15 Jahren Zuchterfahrung und der Mitgliedschaft im VDH. Außerdem hatte sie gerade einen Wurf mit 9 wundervollen Welpen – wir konnten also nicht anders als den Flauschis einen Besuch abzustatten.

Vor Ort haben wir uns sofort verliebt. Die Welpen waren im Garten und hatten alles was man sich vorstellen kann. Tunnels, Wippen, Bällebad und andere Spielzeuge. Außerdem hatten sie ebenerdig auch ihre eigene kleine Welpenwohnung, sodass sie separat von den Erwachsenen aufwachsen konnten. Für uns sah das damals fantastisch aus und wir haben uns nichts dabei gedacht.

Wieso Milo?

Als wir dort waren hat die Züchterin den Welpen gerade Essen gebracht und 8 Welpen stürmten wie verrückt darauf zu. Der letzte kam lieber zu uns und begrüßte uns neugierig. In diesem Moment haben wir beide unser Herz an Milo verloren.

Ursprünglich wollten wir in Ruhe darüber nachdenken, ob wir so schnell einen Hund zu uns holen möchten. Aber dann mussten wir uns direkt entscheiden. Die Züchterin erzählte uns sie habe über 80 Anfragen und wenn wir einen Welpen möchten, müssten wir sofort 400 € anzahlen. Also haben wir uns erklären lassen, wo die nächste Bank ist und das Geld abgehoben.

Am 2. April haben wir unseren Goldschatz dann abgeholt. Wir haben einen Futterplan mit auf den Weg bekommen sowie Milo’s Papiere und sind mit ihm nach Hause gefahren.

Milo's Herkunft

Was alles schief lief

Später ist uns dann aufgefallen, dass Milo’s Papiere überhaupt nicht unterschrieben sind. Die Züchterin wurde nämlich schon vor Jahren aus sämtlichen Zuchtvereinen geworfen, da sie sich nicht an die Richtlinien gehalten hat.

Sie hatte viel zu viele Würfe und auch keine richtigen Gesundheitsuntersuchungen gemacht. Um das Geld beim Deckrüden zu sparen hat sie sich zu ihren drei Hündinnen einen Chow-Chow aus Russland bestellt und liefern lassen! Sie geht nicht mit einem ihrer Hunden spazieren. Das machen alles Nachbarn.

Die Mutter haben wir übrigens auch nur einmal durch einen Zaun gesehen. Denn als wir die Welpen besuchen waren (mit 5 Wochen), lebte die Mutter schon nicht mehr mit den Welpen zusammen…

Milo kannte als Welpe überhaupt nichts. Es hat keinerlei Sozialisation stattgefunden. Er hatte noch nie ein Halsband an, war nicht beim Tierarzt (dieser kam zur Züchterin), nicht mal den Garten hatte er je verlassen! Er kannte keine Menschen (außer von den 2 Besuchstagen) und überhaupt keine Geräusche, da die Welpen nicht im eigentlichen Haus aufgewachsen sind.

Im Nachhinein ist es absolut nicht verwunderlich, dass Milo dermaßen unsicher ist. Wir haben in den ersten Wochen sehr viel mit ihm gemacht, da einem das immer geraten wird. Für einen Welpen der 12 Wochen lang aber überhaupt nichts erlebt und gesehen hat, muss das eine absolute Reizüberflutung gewesen sein.

Ihr könnt euch also denken, wieso hier einige Probleme mit Milo auf uns zukamen…

4 Antworten

  1. Sehr interessant wie du das geschrieben hast. Wir haben Lady von einer Züchterin und die Welpen lebten dort in einem Zwinger mit riesigem Freilauf und mit beheiztem Haus, wo die Welpen mit ihrer Muttwe schliefen bis die Welpen 7-8 Wochen alt waren. Lady kannte also auch keine Haushaltsgeräte, kein Halsband, keine Leine. Ist aber alles andere als schüchtern oder zurückhaltend. Ich glaube das das auch bisschen am Charakter liegt. Bei unserer Züchterin konnten wir aber die Mutter und den Vater sehen. Also unsere Züchterin war top.
    Aber eure Züchterin sollte keine Hunde mehr haben.

    1. Das war bei uns auch so. Es hingen zwar ein paar Windspiele und so herum aber er kannte auch keine Haushaltsgeräusche, kein Halsband und keine Leine und ist auch nicht unsicher. Allerdings kamen regelmäßig ab der vierten Woche Kinder und Freunde der Züchterin, sowie die Familien der Welpen zu Besuch. Sozialisiert waren sie definitiv.
      Ich denke also auch, dass es viel mit dem Charakter, evtl sogar mit Rassebezogenen Charaktereigenschaften zusammenhängt. Das mit der Urkundenfälschung finde ich ziemlich krass… Habt ihr das dem Verband gemeldet?

  2. Oh,
    was eine Horror Story der Züchterin Sowas geht gar nicht. „Züchtet“ sie jetzt immer noch?
    Ihr könnt nur versuchen, Milo die Stabilität zu vermitteln, die er braucht. Inwiefern ist er unsicher? Auf vieles bezogen?
    Eurasierwelpen sollten nur über die Zuchtvereine erworben werden, da ist man auf der sicheren Seite
    Knuddel‘ mir deinen hübschen Milo

  3. Beim Welpenkauf kann man nicht genug aufpassen. Es wird oft etwas vorgegaukelt was gar nicht stimmt.
    Wir hatten Glück bei unserem ersten Rüden, hätte auch schief gehen können. Jetzt haben wir ein Pärchen nicht verwandt, gleiche Rasse und gesund, Abgabe wegen Krankheit 13 und 14 Jahre alt. Sie passen gut zu uns und machen uns jeden Tag viel Freude. Krankheiten stellten sich ein, Allergien und Lungenmetastasen bei unserem ersten Rüden geb. 2002 gest. 2015, dafür kann der Züchter nichts.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.